Behindertenpastoral im Bistum Aachen
http://behindertenpastoral.kibac.de/nachrichten?mode=detail&action=details&siteid=1031208&type=news&nodeid=3524d4c9-cde9-449a-a2e3-e9d30ca1ca04
 
 
Besinnungstag

Vollbild BesinnungstagGalerie Besinnungstag Besinnungstag Besinnungstag Besinnungstag Besinnungstag

 
 

 

"Wer die Quelle kennt, trinkt nicht aus dem Krug"

Besinnungstag für Menschen mit und ohne Sehbehinderung

Zum Besinnungstag mit dem Thema „Wer die Quelle kennt, trinkt nicht aus dem Krug“ waren 22 Personen mit und ohne Sehbehinderung ins Anna-Schoeller- Haus in Düren gekommen. Die Gruppe war altersmäßig gemischt: von der Schülerin bis zum Senior im Ruhestand.

Das versprach einen interessanten Austausch.
Wir beginnen den Tag mit konkreten Erfahrungen. Ein leerer Krug wird herumgereicht. Mit geschlossenen Augen konzentrieren wir dann unseren Hörsinn und hören Wasser in einen Krug fließen. Wir assoziieren: Bilder, Erinnerungen, Erfahrungen werden wachgerufen und ausgesprochen.
Wir stehen im Kreis, bücken uns und legen die Hände zum Schöpfgefäß ineinander, als ob wir aus einer Quelle trinken wollten. Bequem ist es nicht, so den Durst zu stillen! Aber wie erfrischend ist es, an einem heißen Sommertag auf einer Wanderung  an eine  Quelle zu  kommen, kühles Wasser  über Arme, Beine, Füße fließen zu lassen.  Wie neu geboren geht es dann weiter.  Wir bedenken ‚Neugeburten’ in unserem Leben und kommen darauf. Ohne sie wäre das Leben langweilig und tot. Es stellt sich heraus, dass  viele  von uns Erinnerungen der Kindheit,   beglückende Begegnungen,  erfüllendes Tun als   Energiequellen in ihrem Leben verstehen. Wir schließen wieder die Augen und lassen die Musik von Smetanas „Moldau“ in uns hineinfließen. und auf uns wirken.
Wir setzen uns mit dem Märchen „Der arme Korbflechter und die die drei Quellen“ auseinander.  Der Korbflechter Georg begibt sich auf seinen Lebensweg, beharrlich und
unbeirrt der Verheißung seines Glückes und seinem inneren Ruf folgend. So wird ihm sein Neu-geboren-Werden an den Quellen geschenkt. Und er gewinnt die ersehnte Lebenspartnerin. Georg hat erfahren: aufbrechen, loslassen, sich  wandeln, ein Ziel haben – das bedeutet erfülltes Leben. Und so auch für uns.
In einer Andacht  in der Hauskapelle wird die Episode „Die  Frau am Jakobsbrunnen“ aus dem Johannesevangelium vorgelesen. Wir verstehen die Worte Jesu jetzt intensiver, „ …wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden.“ (Joh 4,14)
Wir reichen einander den mit Wasser gefüllten Krug und berühren uns gegenseitig die Hände mit dem Wasser, sprechen dem anderen  dabei einen guten Wunsch  für sein Leben zu. Wir singen das Taize-Lied „Tu sei sorgente viva“, „Du bist lebendige Quelle“, das im Verlauf des Tages wiederholt als Leitmotiv erklang.
Mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen, angeregten Gesprächen und Frühlingsliedern klang der Tag aus.


Von Ulrike Schleppers

Veröffentlicht am 22.03.2013

Test